Du darfst ruhig mal `ne Runde Opfer sein

Opfer sein ... dieser Zustand ist in Ordnung. Völlig. Das verwundert dich? Weil von dir immer genau das Gegenteil erwartet wird? Ich sage dir was: Jeder von uns muss sich die innere Erlaubnis geben, sich zunächst mal so fühlen zu dürfen.


Du hast zum Beispiel das Gefühl, etwas eigentlich tun zu müssen, weil es ansteht, weil es plausible ist und weil es dir geraten wird – aber irgendetwas hält dich davon ab. Du weißt nicht, was es ist. Was tust du jetzt? Holst du dir jetzt im Außen Argumente und Gründe dafür, dass du es im Moment nicht angehen kannst? Oder bleibst du bei dir und in deiner Verantwortung und fragst dich: Was hat es mit mir zu tun, dass ich’s nicht angehe?


Stelle dir nun mal die Situation vor, dass du die Außensicht völlig weglässt und frage dich: Wie sieht meine Entscheidung jetzt aus? Mit dieser Sicht auf die Situation geht es darum, für dich selbst entschieden zu sein, also für dich eine Entscheidung zu treffen. Und ... wie sieht die Entscheidung dann für dich aus? Und was brauchst du für diese Entscheidung? Brauchst du dazu überhaupt etwas im Außen oder bist du schon längst so weit, in die Entscheidung zu gehen?

Jede Entscheidung ermöglicht erst Neues

Wie kommst du nun ins Tun ohne Bedingungen im Außen, die dafürsprechen, ins Tun zu kommen? Beachte dabei: Jedes Ergebnis dessen, was du tust, ist richtig – das musst du auch aushalten! Verabschiede dich von deinem gewohnten Gedanken „Wenn ich falsch tue, wo lande ich dann wieder?“ Du solltest immer im Hinterkopf haben: Jegliche Form von Entscheidung, Weitergehen ermöglicht überhaupt erst wieder etwas Neues. Dann kannst du sehen, wie du mit dem neu Ermöglichten wieder umgehst.

Ein Beispiel: Du bist eine Führungskraft und über dich wird entschieden ... wie sieht dann deine Entschiedenheit aus? Wie sieht dein Beitrag dabei aus, ohne gänzlich wieder ins Opferverhalten zu fallen und nur von außen bestimmt zu werden? Wo ist deine eigene Bestimmung, wenn du weiter in dem Konstrukt Unternehmen bestimmt wirst? Wo ist da dein Eigenes – deine Individualität – und wie kommt das wieder in eine Aktivität?

Schau’ auf deine Situation

Wir alle kennen solche Momente, in denen wir uns als Opfer fühlen. Mein Tipp: Egal, wie die Situation ist – wir müssen immer darauf schauen, was das wieder für uns selbst heißt. Stagniere ich? Stehe ich still? Bin ich in einem Vakuum? Harre ich aus? Warte ich? Oder trete ich bewusst in Aktion, indem ich etwas tue – oder bewusst auch etwas lasse? Ganz bewusst etwas lassen, ist auch ein aktives Tun. Aber ICH steure, ICH habe die Regie. Und während ich die Regie habe, darf alles sein an Emotionen, an Gefühlen, an Glaubenssätzen, an Einschränkungen. Die nehme ich alle mit ... aber sie dürfen mich nicht davon abhalten, vom Stuhl herunterzugehen.

Kennen Sie sowas auch nur ansatzweise? Stecken Sie vielleicht gerade auch direkt in so etwas drin?